13.07.2017 - Les Georges Festival

In welcher Form soll man ein neues Album einspielen? Ganz regulär im Tonstudio? Oder doch gleich live?! Genau zu solch einer Live-Aufnahme hat sich die Freiburger Band Overdrive Amp Explosion für das neue Album „Bounds“ entschieden. Valentin Brügger hat mit dem Sänger und Gitarristen von OAE über den Aufnahmeprozess und den Sound auf der neuen Platte gesprochen. Dazu gibt’s natürlich wieder ein ganzes Bouquet an neuen, wilden, schrägen, spannenden und – ja! – auch schönen Songs aus dem Abseits.


Näb de Spuur

Die heutige Sendung zum Nachhören

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Die heutige Songliste:

AUTISTI
 
Peaches for Planes - http://louisjucker.ch/autisti
(14.04.17 – Basel, Kaserne / Czar Fest)
(04.06.17 - Düdingen - BAD BONN KILBI)
 
 
Ad’Absurdum/Strøm
 
Zombie - https://adabsurdum.bandcamp.com/
(29.04.2017 - Ad`Absurdum & Strom (INFEST) / Haus Osterhase, Ostermundigen (CH))
 
 
 
 
Overdrive Amp Explosion
 
New Bounds - http://www.overdriveampexplosion.ch/
 
 
 
Overdrive Amp Explosion - Disease
 
 
Square Roots
 
Wah Wah Palace - https://squarerootsband.bandcamp.com/releases
06.05.2017 – Fribourg – Festival Les Jean - 
http://lesjean.ch/
 
 
Am Kap
 
White Noise - https://www.amkap.ch/
22.04.2017 – Fribourg – Rösti Fest #3 -
http://fri-son.ch/de/programm/2017/04/roesti-fest-presents-swiss-sound-expedition
 
 
Horizon Liquide 
 
Super market - https://www.facebook.com/Horizon-Liquide-159308994477261/
16.04.2017 – Bern – PROGR -
https://www.progr.ch/en/agenda/
 
 
Horace
Collapse - https://bandhorace.bandcamp.com/releases
29.04.2017 – Stettlen – Müller Deisswil - http://www.mueller-deisswil.ch/

Näb de Spuur - Nahglüeh

Die heutige Sendung zum Nachhören

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Die heutige Songliste:

00:00 Zotz – Vacio - https://www.facebook.com/Zotzpostpunk

 

03:31 Xiu Xiu – Forget - http://www.xiuxiu.org/

 

07:30 Housewives – Poppy - https://www.facebook.com/HOUSEWIVESBAND

 

10:29 UV-TV – Hear/Take it all - https://derangedrecords.bandcamp.com/album/glass

 

17:48 Century Palm – Then you’re gone - https://centurypalm.bandcamp.com/album/meet-you-lp

 

21:16 Mister Milano – Alta Clotura - https://www.facebook.com/MisterMilanos/

 

26:02 Elsa Hewitt – Snowmilk - http://www.elsahewitt.com/

 

30:24 Stefan Aeby Trio – untitled - http://www.stefanaeby.com/

 

33:38 Mount Eerie – Crow - https://pwelverumandsun.bandcamp.com/

 

35:54 JFDR – Higher State - https://www.facebook.com/jfdrcurrent/

 

39:32 The Heliocentrics – Made of the Sun - https://theheliocentrics.bandcamp.com/album/a-world-of-masks-2

 

43:21 Christian Scott – Ruler Rebel - https://www.facebook.com/christian.scott.music

 

48:43 Daniel Brandt – Kale Me - https://soundcloud.com/danielbrandt


Nahglüeh - Blog --> Zum Auftakt: Realität besingen und im Traum ertrinken.

Mit ZOTZ als Auftakt zur ersten Ausgabe von RadioFr. Näb de Spur schlägt uns Post-Punk in Eigenart aus Mexiko City entgegen. Rau, kompromisslos und höchst expressiv. Liegt womöglich auch am gesellschaftlichen Pot der mexikanischen Metropole, aus welchem Zotz rausbrodelt. Eine Gesellschaft, in der die Identifikation mit einer bestimmten Sub- und Gegenkultur eine etwas bedeutsamere Rolle einnimmt, als die smoothie-artig trübe Einfarbigkeit in unserem Kontext. Zu analytisch? Jedenfalls klingt Zotz so überzeugend und authentisch, wie schon länger keine Band mehr mit diesem Genre in der Info-Spalte.

Schon länger auf diversen Playlisten zu finden sind XIU XIU. Die kalifornische Noise-Pop Combo ist ein wahrer Hotspot an kreativem Output. Mit ungeheurer Produktivität bringen Xiu Xiu ein weiteres Sonderwerk mit Titel „Forget“ zu Tage, das zwischen melodiös-mitreissendem Pop und kantig-verquerem Noise changiert. Hüte hoch für solche Schaffenskraft!

In der Schnittmenge von No-Wave und Post-Punk präsentieren uns HOUSEWIVES ihre New York EP, und zwar im Re-release. Die Londoner brauchen aber keineswegs einen zweiten Anlauf, denn die gesprengten Melodien und chaotischen Ausuferungen passen nicht nur ausgezeichnet zu ihren grenzüberschreitenden Einflüssen (Luigi Russolo, Steve Reich, Phillip Glass), sondern auch zur globalen Lage. WTF Y‘ALL?!

Ein Doppelschlag wavigem Post-Punk mit Goth-Kirsche obendrauf, gibt’s vom Label Deranged Records. Mit UV-TV und CENTURY PALM ragen gleich zwei Acts aus der Szene raus, die eine Vielzahl an Bands kennt, welche sich ähnlichem Genre verschrieben haben. Dieses Zweiergespann hat aber „das gewisse Etwas“, um die Floskel weiter zu Tode zu melken.

Im Anschluss: Fazzoletti-Pop mit MISTER MILANO zwischen Zürich und Biel auf Italienisch. Obacht! Keine schnöde Sommerdümpelmucke, sondern wunderbar stimmig-melancholisches Klang- und Stimmkonstrukt. Packt die Puts Marie ein und seht sie euch Live am Les Georges Festival in Fribourg an.

An einem soften und filigranen Werk bastelt momentan Elsa Hewitt. Mit „Cameras from Mars“ hat die Britin den ersten Teil einer entdeckungs- und experimentierfreudigen Trilogie veröffentlicht. Facettenreiche  Klangräume, durchzogen von flirrenden Schwaden, die wir dank der leitenden soften Stimme Hewitt’s leichtfüssig durchschreiten.

Neues aus dem virtuosen Soundlabor hat uns Stefan Aeby zur Verfügung gestellt. Im Trio werkelt Stefan Aeby beständig an seinen vereinnahmenden und poetischen Kompositionen und kreiert dabei ganz eigene Atmosphären, in welche  er uns ungemein sympathisch entführt.

 

Musik ist schön. Ganz schön! Ganz schön traurig! Oder auch eine Art Therapie, wie im Falle von Phil Elverum alias Mount Eerie. Nach dem Tod seiner Frau, erzählt Elverum von nichts anderem, als der Realität eines Mannes mit Kind nach diesem Verlust. Als hätte sich Mount Eerie in den letzten Jahren nicht schon genug als begnadeter Songwriter bewiesen, setzt die bittere Realität des Albums „A Crow Looked at Me“ noch einen obendrauf.

Wir bleiben im Zerbrechlichen und lauschen der Stimme von Jófríður Ákadóttir. Die Isländerin war vor kurzem gerade im Duo als Pascal Pinon im Bad Bonn zu Gast, was wohl eines der leisesten Konzerte war, was die Bonn’sche Bühne seit längerem gehört hat. Mit JFDR kommt aber reichlich Dynamik und Lärm zur feinen Stimme hinzu, ohne diese zu verdrängen.

Hyper-eklektisch zeigen sich The Heliocentrics. Primär instrumental und extrem verziert, erschafft die Truppe gleich eigene, eben heliozentrische, Systeme. Anziehend und aus der Mitte heiss brennend, zwischen Jazz, Kraut, Space-Swing, Psych… Kosmisch!

Den urbanen Kosmos erspielt uns der begnadete Jazz-Trompeter Christian Scott. Über den breiten Teppich aus allem wonach das Stadtleben klingt, besingt und beklagt Scott’s Instrument die sozio-politischen Probleme unserer Zeit. Ein Stimmungstransfer, mit viel Platz für diverses Instrumentarium, durch das kollektive Erlebnis der metropolitischen Realität.

Zum Abschluss Daniel Brandt mehr mit einer Vision als einem Track. Mit der Kreativität des Berliner Soundtüftlers und Multiinstrumentalisten gingen ordentlich die Pferde durch. Ein unglaublich vielschichtiges und stets überraschendes Werk. Zum Ende hin und weg.