Silent Neighbor - I'm Good, I'm Healthy, I'm Whole

2021 meldet sich silent neighbor zurück mit der EP «I’m Good, I’m Healthy, I’m Whole». Das
Quartett um den Zürcher Songwriter Philipp Saner hat die aufgestaute Spielfreude aus dem
Coronajahr 2020 kurzerhand in die Produktion von fünf neuen Songs investiert, die dieses
Jahr in regelmässigen Abständen als Singles veröffentlicht worden sind. Den Anfang machte
im März «Calling Out». Cello, Bassklarinette und Gitarre eröffnen den Song mit einem
simplen Folk-Pattern und schaffen damit Raum für eine Geschichte, die von Einsamkeit und
Sehnsucht erzählt. Mit «You Surround Me» kamen Ende April Frühlingsgefühle auf, bevor im
Frühherbst «Give In To Me» wieder etwas dunklere, aber dafür umso energiegeladenere
Emotionen ins Spiel brachte. Zum Schluss folgte im November noch «I’m Good, I’m Healthy,
I’m Whole». Während es sich bei den ersten drei Singles um Songs handelte, die zwischen
2014 und 2016 entstanden, ist das Titelstück eine aktuelle Komposition. Das Lied schaut tief
in den Abgrund behält das Licht am Ende des Tunnels dabei aber immer Blick. Die elektroakustischen
Klangwolken, die Maxime Paratte am Schlagzeug produziert, die kratzigen, fast
Synth-artigen Klänge von Jo Flüeler am Cello im Refrain und die Wärme von Philipp
Hillebrands Bassklarinette sowohl in der Begleitung wie auch als Solist haben sich im Studio
in ein spontanes Arrangement gefügt, bei dem die Musiker ihre individuellen Stärken
ausleben und verbinden konnten.
Jedes der vier Lieder wurde von einem Bild der Zürcher Künstlerin Anaïs Voirol begleitet und
mit jedem Bild betreten wir ein neues Zimmer in einem surrealen, farbenfrohen Haus, in
dem sich Verspieltheit mit Hemmung, Leichtigkeit mit Depression und Wachstum mit
Vergänglichkeit den Wohnraum teilen.
Alle vier Musiker der ungewöhnlichen Formation aus Cello, Klarinette, Schlagzeug und
Gitarre/Gesang haben einen Hintergrund in der improvisierten Musik und sind es sich
gewohnt, ihrer Intuition kompromisslos und ohne Scheuklappen zu folgen. Der Blog
radiomeltdown.ch beschreibt das im Frühling 2020 erschienene Debut-Album «Tired Of Your
Smile» als «unbequeme Wohltat», der Züritipp braucht den Ausdruck «Gefühle destillieren».
Stilistische Vergleiche reichen von Daniel Johnston, Wilco, Tom Waits und Daniel Blumberg
bis hin zur besonders originellen Beschreibung als Ed Sheeran / Stravinsky Crossover.

Philipp Saner im Interview bei Anne Moser

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