Charles Perler, Erlebnispädagoge

Bei der Erlebnispädagogik geht es darum, in der Natur Gruppenerfahrungen zu machen. "Im Prinzip probiere ich, die Jugendlichen aus ihrer Komfortzone rauszubringen", erklärt Charly Perler, Erlebnis- und Sozialpädagoge aus Freiburg. Durch die Konfrontation mit ungewohnten Situationen sollen die Persönlichkeit und die sozialen Kompetenzen entwickelt werden.

Charly Perler arbeitet in der Stadt Freiburg im Foyer des Bonnesfontaines, ein Erziehungsheim, in dem Kinder und Jugendlichen mit persönlichen oder familiären Problemen betreut werden. Das Alter der platzierten Jugendlichen ist ganz unterschiedlich, von dreijährigen Kleinkindern bis zu jungen Erwachsenen. Einige kommen zu ihrem eigenen Schutz, weil es in ihrer Familie grosse Probleme gibt. Andere werden aufgrund einer Straftat eingewiesen. "Die ganze Palette an Emotionen ist da, wenn die Jugendlichen zum ersten Mal ins Heim kommen", erklärt Charly Perler.

Das Biwak auf dem Spielplatz

Besonders schwierig war die Arbeit im ersten Corona-Lockdown. "Die Kinder waren während 10 Tagen fast nur noch drinnen. Die Situation war am Kochen", schildert der Sozialpädagoge. Um die Spannungen zu lösen, stellte er mit den Kindern kurzerhand auf dem Spielplatz vor dem Heim ein einfaches Biwak auf. Drei Nächte verbrachten sie draussen. "Für die Jugendlichen war es eine echte Erlösung, sie konnten sich wieder richtig ausleben."

Lager sind ein wichtiger Bestandteil der Erlebnispädagogik. Von Kanulagern über Bergwanderungen hat Perler mit seinen Gruppen schon alles gemacht. "Eine Woche lang sind wir im Freiburger Oberland wandern gewesen. Ein anderes Mal haben wir im Wallis einen Viertausender bestiegen. Für die Jugendlichen sind das tolle Erlebnisse", erklärt er. Nicht nur arbeitet er mit Jugendlichen, er bildete auch neue Erlebnispädagogen aus. Das zweisprachige Ausbildungsangebot des Foyer des Bonnesfontaines, das er massgeblich mitgestaltet hat, ist einzigartig im Kanton.

Das Gespräch in voller Länge

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