Positive Bilanz

02.06.2019

Gestern Samstag ging die 29. Ausgabe der Bad Bonn Kilbi in Düdingen erfolgreich zu Ende. Auch dieses Jahr verzeichnete das Event dank sommerlichem Wetter eine sehr positive Bilanz. Wie schon bereits die vergangenen Jahre, war die Kilbi mit 10‘200 Besuchern schon Monate im Voraus ausverkauft.

Grosse Änderungen für das 30 Jahr Jubiläum wird es laut den Organisatoren deshalb keine geben. Das Organisationskomittee möchten die Kilbi auch nicht vergrössern. Wichtig sei, dass die Besucher zufrieden sind und die Qualität des Festivals erhalten werden kann.

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[01.06.2019] - Tagesaktuell
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[01.06.2019] - Tagesaktuell
Play an der Bad Bonn Kilbi 3.
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[01.06.2019] - Tagesaktuell
Play an der Bad Bonn Kilbi 2.
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[01.06.2019] - Tagesaktuell
Play an der Bad Bonn Kilbi 1.
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[31.05.2019] - Tagesaktuell
Miriam diskutiert mit Walliser über die Zusammenhänge zwischen Seisler- und Walliserdeutsch an der Bad Bonn Kilbi
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[31.05.2019] - Tagesaktuell
Walliser auf dem Zeltplatz der Bad Bonn Kilbi.
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[31.05.2019] - Tagesaktuell
Olivia und Tämi aus der Festival-Küche.
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[31.05.2019] - Tagesaktuell
RadioFr. Mitarbeiter in der Bad Bonn Kilbi-Küche.
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[31.05.2019] - Tagesaktuell
Benoit Perler zum ersten Tag Bad Bonn Kilbi.
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[31.05.2019] - Tagesaktuell
Fazit zum ersten Tag Bad Bonn Kilbi.
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[31.05.2019] - Tagesaktuell
Das RadioFr.-Team an der Bad Bonn Kilbi
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DONNERSTAG

Dass die Bad Bonn Kilbi vor allem ein Fest der ungehinderten Expression ist, zeigt sich bereits am ersten Festivaltag der 29. Ausgabe. Schnoddrig, wild und ohne Rücksicht auf Gleichgewichtsverluste schlagen AMYL AND THE SNIFFERS ihre Fusssohlen quer durch die strengen Alltagsscheitel. Die frühabendliche Faust gegen alles Elitäre und Prätentiöse.

Wer neben Hüfte auch Herz und Hirn auf Kilbi-Frequenz einschwingen möchte, findet im Haus mit TOUT BLEU jenes sonische Ritual, womit sich die Kilbi-Geister zum gemeinsamen dreitägigen Transzendieren heraufbeschwören lassen. 

Transgressiver, expressiver Höhepunkt des ersten Festivaltages gibt’s auf der Hauptbühne u.a. von Pop-Genius YVES TUMOR – Ein weiteres Beispiel dafür, dass Genreschubladen auf den Sperrmüll gehören.


FREITAG

Ach ja, soziopolitische Spannungsfelder – leidige Themen für die einen, Lyric-Material für die anderen. SLOWTHAI spuckt dem Unsinn entgegen und berichtet köterschnauzig über die Tristesse.

Zweckfreier aber keineswegs mit minderer Relevanz: Das Getöse von nonchalanten Sprösslingen der Londoner Vorstadt, BLACK MIDI. Jazz-Punk-Noise-mit bisschen Rave, oder was ganz anderes – on verra! Aber spannend allemal. 

Wir führen das Thema des Schwungs zwischen Hüfte, Herz und Hirn weiter und landen rechtzeitig zum Tagebruch im Haus, wo Katsa Blom alias KABLAM Wände und Körper zuerst entfacht und anschliessend verschmelzen lässt. 


SAMSTAG

Über die drei Festivaltage hinweg empfiehlt es sich, einige Mussestunden am Ufer des Schiffenensees zu verbringen. Zwischen Sandstein, Schafzaun und Stauwasser lässt sich wunderbar der eher privateren Musik lauschen. Zum Beispiel gespielt von EMILIE ZOÉ, die ihren rauen, dunklen und gefühlsechten Lo-Fi-Rock über die versunkenen Bonn-Ruinen hinwegschickt.

Enigmatischer gestaltet sich die B-Sides-Bühne beim Konzert des Neuseeländers JONATHAN BREE. Crooner-Timbre, vereinnahmend schöne Songs, Streicher-Intermezzi, und dann erst noch im Morph-Suit, zum Zweck der maximalen Projektionsfläche der eigenen Gefühlslage.

Für Freunde der Entgrenzung: THE COMET IS COMING. Cosmic Jazz aus der pulsierenden Szene Londons – Saxmeister Shabaka Hutchings ist übrigens auch gleich mit seiner zweiten Truppe Sons of Kemet vor Ort – mit einer Intensität, die alles zwischen Schnürsenkel und Asteroidengürtel in Schwingung versetzt (wir wollen ja dem Thema dieser Programmübersicht treu bleiben). Kilbi 2019: Einmal eins mit allem, bitte.